emergo e.V.




Zu uns

Der Begriff der Emergenz, der die Grundlage für die Wortschöpfung emergo ist, hat sich in der Geschichtswissenschaft in jüngerer Zeit eingebürgert, wenn es um Phänomene und Entwicklungen geht, die sich einer planen Entwicklungslogik - ob langfristig und kontinuierlich oder in Sprüngen verlaufend - entziehen. Die Arbeit des emergo-Vereins orientiert sich insoweit an diesem Begriff, als sie sich insbesondere kulturellen Zwischenräumen widmet. So geht es dem Verein in erster Linie um Künstlerinnen und Künstler, die im kulturellen Gedächtnis weniger präsent sind, um Werke, die abseits des gängigen Repertoires stehen und um Programme jenseits des Alltäglichen.




Vergangene
Veranstaltungen


Auch die Fische mögen heimlich träumen


Unter dem Titel „Auch die Fische mögen heimlich träumen“, einer Zeile aus dem Gedicht „Aquarium“ von Gertrud Kolmar, lädt der emergo e.V. zu einer Lesung mit Konzert aus Anlass des Internationalen Tags zum Gedenken an die Opfer des Holocaust ein.

Gertrud Kolmar gehört mit ihren sprach- und bildmächtigen Gedichten zu den bedeutendsten Stimmen der Lyrik im 20. Jahrhundert. Die Dichterin verbrachte einen wesentlichen Teil ihrer Schaffensjahre in Falkensee-Finkenkrug. 1943 wurde sie nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Ausgewählte Gedichte werden von dem Schauspieler und Sprecher Frank Röth, bekannt aus zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen, vorgetragen. Einen besonderen Widerhall finden diese Gedichte in Werken für Violine solo, vorgetragen von dem Stuttgarter Geiger Robert Rülke. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf der Musik von Komponist*innen mit jüdischem Hintergrund.

Datum: 31. Januar 2026
Zeit: 19 Uhr
Ort: Konzertsaal Gleis 5 der Musik- und Kunstschule Havelland
Bahnstraße 5
14612 Falkensee. 
Direkt am Bahnhof Falkensee
Eintritt: frei

Die Veranstaltung ist eine Kooperation des in Falkensee ansässigen Kulturvereins emergo e.V. mit der Stadt Falkensee, der Musik- und Kunstschule Havelland und dem Museum und Galerie Falkensee und wird unterstützt von den Freunden und Förderern von Museum und Galerie Falkensee e.V. sowie dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“.

Der Internationale Tag zum Gedenken an die Opfer des Holocaust, #HolocaustGedenktag, findet alljährlich am 27. Januar, dem Tag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz statt. 



Ursula Mamlok Konzert


Das umfangreiche, vielseitige Schaffen Ursula Mamloks spielt im aktuellen Konzertleben kaum eine Rolle; auch ihr bewegtes Leben bietet viele Facetten, die es zu entdecken gilt. Zum 100. Geburtstagsjahr widmet sich das ausführlich moderierte Portraitkonzert der jüdischen Komponistin, die vor den Nationalsozialisten nach Amerika flüchtete und im 21. Jahrhundert nach Berlin zurückkehrte. Es werden Werke für Streichinstrumente Solo und ihr
Oboenquartett gespielt.

Pressemitteilung:

“Ruhig, wie in der Schwebe” - Gesprächskonzert am 19. November um 16 Uhr im Ursula-Mamlok-Saal, Rathaus Schmargendorf

Ursula Mamlok war eine der jüngsten Komponist*innen, die aus dem
nationalsozialistischen Deutschland fliehen mussten. 1923 geboren und aufgewachsen in Berlin Charlottenburg schiffte sie sich 1939 im Alter von 16 Jahren gemeinsam mit ihren Eltern gerade noch rechtzeitig nach Ecuador ein. Trotz widrigster äußerer Bedingungen verfolgte sie ihren künstlerischen Weg hartnäckig. Ihre in Berlin begonnene musikalische Ausbildung konnte sie in New York fortsetzen. Aber erst Mitte der 1960er Jahre gelang es ihr, sich in der amerikanischen Musikwelt zunehmend als eigenständige Künstlerin zu etablieren. Jahrzehntelang lehrte sie an der Manhattan School of Music Komposition.

Im Mittelpunkt zweier Konzerte in Leipzig und Berlin zu Ehren Ursula Mamloks wird eine besondere Werkgruppe der Jubilarin stehen: die Kompositionen für
Streichinstrumente solo. Werke für Streichinstrumente solo sind in ihrem Oeuvre in großer Vielfalt und über einen ausgedehnten Zeitraum vertreten. Composition für Violoncello oder Viola aus dem Jahr 1962 zählte Ursula Mamlok zu ihren ersten
eigenständigen, gelungenen Werken. Fantasy Variations, From My Garden und Wild Flowers sind dann Werke reifer Meisterschaft aus den 1980er Jahren. In den Konzerten wird From My Garden, das sowohl in Fassungen für Viola als auch für Violine existiert, in beiden Versionen aufgeführt. Aphorisms I und das Oboenquartett Fünf Phantasiestücke wiederum sind nach ihrer Rückkehr in die Geburtsstadt Berlin entstanden, wo sie ihre letzte Lebensdekade verbrachte.

Durch das Berliner Konzert führen die Musikwissenschaftler Florian Giering und Volker Rülke im Gespräch mit Bettina Brand, der Geschäftsführerin der Dwight und Ursula Mamlok-Stiftung. Ausführende sind Benjamin Kautter, Lilia Rubin, Robert Rülke und Charlotte von Urff.

Das Konzert in Berlin findet am 19. November um 16 Uhr im Ursula Mamlok Saal im Rathaus Schmargendorf, Berkaer Str. 1, statt. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erbeten.

Weitere Infos





Stetige Projekte

Podcast Notenkonferenz


In unserem musikwissenschaftlich informierten Podcast aus dem Havelland widmen wir uns allgemeinen Fragen des Musiklebens, Klassikern sowie Stücken und Komponist:Innen, die leicht übersehen werden. Für Einsteiger:Innen und Fortgeschrittene, die sich für Musik begeistern und es etwas genauer wissen wollen.



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Kompositionsaufträge

Niels Poensgen
Disappearing Acts (Daylight)


Im Auftrag des Emergo e.V. realisierte der Klangkünstler Niels Poensgen die Installation Disappearing Acts (Daylight) . Poensgen, der in seinem Werk die Schnittstellen zwischen technischen und natürlichen Systemen auslotet, entwickelte hierfür ein responsives Gefüge aus zwanzig lichtempfindlichen Lautsprechern . Als musikalisches Fundament dienen Violin-Fragmente von Robert Rülke, die durch eine eigens programmierte Software in einen unmittelbaren Dialog mit dem Tageslicht treten. Fernab starrer Wiederholungen entsteht so eine sich organisch entfaltende Klanglandschaft, die die flüchtigen Lichtverhältnisse des Raumes als lebendigen Prozess akustisch erfahrbar macht.

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